Verständnisfrage Gaszüge und ein Problem

  • Moin,


    Ich habe da mal eine Verständnisfrage:
    Warum hat die ST1100 2 Gaszüge (Öffner und Schließer)?

    Was ein Gaszug macht, ist mir von der Logik her klar, möchte aber gern verstehen, warum die Pan 2 Gaszüge hat, bzw, wofür der Schließer gebraucht wird (was er macht, ergibt sich aus dem Wort, aber warum?)


    Was mich dann zu meinem Problem führt.

    Mehr als offensichtlich ist der Schließer-Bowdenzug gerissen und so wie er aussah (hab vergessen ein Foto zu machen), muss das vor sehr langer Zeit passiert sein, war viel Rost dran. Was kann hier im schlimmsten Fall passieren?

    Ersatz ist bereits im Foren-Shop bestellt (werden gleich beide ausgetauscht).

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  • Das ist wohl gängige Praxis bei vielen japanischen Motorrädern und soll verhindern, dass die Drosselklappe, z.B. bei einer gebrochener Feder, nicht geschlossen werden kann. Außerdem kann die Feder etwas schwächer ausgelegt werden.

    Liebe Grüße aus dem schönen Ruhrgebiet
    Markus

  • Das sehe ich physikalisch/mechanisch genauso. Für mich dem Seilbahnprinzip änlich. Eine Kraft (Last) zieht, die andere schiebt.

    Ich gebrauche keinen Mittelfinger, ich kann das mit den Augen! ;)

  • Danke für eure Erklärungen.


    Aber was kann nun im schlimmsten Fall passieren, wenn der Schließer-Zug gerissen ist?

    So wie ein Bekannter sagte, der er es feststellte, ist der schon vor langer Zeit gerissen. Nächste Woche werden beide Züge ersetzt, wurden gestern geliefert.

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  • Im schlimmsten Fall fährst du mit Vollgas gegen die Wand 😉


    Bei der NSU, die ich auf der Bühne hatte, ist der Schieber im offenen Bereich hängen geblieben, das ist selbst bei 9PS nicht spaßig.

    Die NSU hat von Haus aus keinen Zug zum schließen

  • Im schlimmsten Fall fährst du mit Vollgas gegen die Wand 😉

    Najaaa, ich hab ja noch ne Kupplung und den Notaus :lol:

    Aber ich verstehe was Du meinst. Bisher gibts immer eine kleine Verzögerung, wenn ich den Gasgriff los lasse, helbe Sekunde oder so, vielleicht auch 1 Sekunde. So wie der Bowdenzug aussah, war der schon durch, bevor sie in mein Eigentum überging - September 2023 und vor 22.000km.

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  • Bisher gibts immer eine kleine Verzögerung, wenn ich den Gasgriff los lasse, ...

    Die wird jetzt weg sein, und das wirst du als Vorteil empfinden. Der Schließer ist a) ein Sicherheits-Feature und dient b) der Präzision. Einen Motor, der über 100 Nm an die Kupplung bringt, kann man schließlich nicht machen lassen, was er will. Wenn ich den Hahn schließe, habe ich i.d.R. ein gesteigertes Interesse daran, dass das dann auch wirklich und unmittelbar geschieht.

    Wenn du dir die Drosselklappenbetätigung mit ihren ganzen Lagerstellen anguckst und dir vorstellst, welche Federkraft notwendig wäre, diese auch unter widrigen Bedingungen (Reibung durch Schmutz, Salz, Korrosion) jederzeit zuverlässig zu schließen, dann wäre eine Sehnenscheidenentzündung nicht mehr weit. Und letztlich ist da auch noch das subjektive Erlebnis: Je leichter und müheloser sich der Gasgriff drehen lässt, desto spritziger und lebendiger empfindet man den Motor.

  • Die wird jetzt weg sein, und das wirst du als Vorteil empfinden. Der Schließer ist a) ein Sicherheits-Feature und dient b) der Präzision. Einen Motor, der über 100 Nm an die Kupplung bringt, kann man schließlich nicht machen lassen, was er will. Wenn ich den Hahn schließe, habe ich i.d.R. ein gesteigertes Interesse daran, dass das dann auch wirklich und unmittelbar geschieht.

    Noch sind sie nicht drin, die neuen Züge. "Vermutlich" könnte ich es sogar selbst machen, da ich aber wirklich null Ahnung von Motoren habe, lasse ich das lieber jemanden machen, der im Bereich KFZ ne richtige Ausbildung hatte und sich damit auskennt (zumal er selbst auch eine Pan hat).


    Danke für die Erklärung, jetzt verstehe ich das mit dem Vergaser und den anderen Teilen etwas besser GOO

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  • Was ich nie leiden konnte an dschäpänies Moderboiks waren diese gebogenen Stahlröhrchen als Zugführung am Gasgriff. Magura zeigt seit Ewigkeiten, wie man das besser macht. An einer meiner ersten Hondas, einer SL125 aus 1972, ist regelmäßig dort der Gaszug gerissen, sobald es etwas länger geregnet hat. Ich hatte am Ende den Zug zwei- und dreifach verlegt, sodass ich ihn bei einem Riss nur umzuhängen brauchte. Hatte außerdem immer einen Saitenschneider dabei und eine Familienpackung Schraubnippel im Geldbeutel.

    Bowdenzüge sind im Laufe der Jahre besser geworden, haben Teflonbeschichtungen usw., sodass das Problem deutlich entschärft ist und auch dieses Stahlnudel-Arrangement mittlerweile zuverlässig funktioniert.


    An deiner Stelle würde ich mich jedoch für zwei Dinge interessieren:

    1) Ist der Schließer in dem Bereich gerissen, in dem er durch dieses Röhrchen gleitet?

    2) Sind die neu und fachmännisch verlegten Gaszüge so verlegt, dass dass sie etwas Spiel aufweisen, sowohl mit dem Lenker in Geradeausstellung, als auch an den beiden Lenkanschlägen? Wieviel Spiel, ist Geschmackssache, aber wenn es strämmt, wird diese Teflonbeschichtung ratz fatz durchgerieben, vorzugsweise an der Stelle der engsten Biegung, also dieser Nudel, und dann bist du wieder auf dem Stand von 1972.

  • An deiner Stelle würde ich mich jedoch für zwei Dinge interessieren:

    1) Ist der Schließer in dem Bereich gerissen, in dem er durch dieses Röhrchen gleitet?

    2) Sind die neu und fachmännisch verlegten Gaszüge so verlegt, dass dass sie etwas Spiel aufweisen, sowohl mit dem Lenker in Geradeausstellung, als auch an den beiden Lenkanschlägen?

    Zu 1: Nope, der Riss war nach ca. 40cm vom Gasgriff, also irgendwo dort, wo die Züge unterm Windkanal lang laufen.

    Zu 2: sind doch noch gar nicht drin, schrieb ich aber schon 2 mal! :lol:

    Beim Einbau mache ich mir keine Gedanken, wie gesagt, derjenige, der es macht, ist zum einen vom Fach (wenn auch mittlerweile Fahrlehrer, aber der wechselt auch selbst den Steuerriemen, er weiß was er tut ;-)) und selbst Pan-Fahrer.


    Aktuell klemmt nichts, auch nicht bei Lenker-Volleinschlag (egal ob links oder rechts), so solls auch danach wieder sein.

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  • "An deiner Stelle würde ich mich jedoch für zwei Dinge interessieren:" habe ich geschrieben. Was du tust und worüber du dir Gedanken machst, ist mir völlig wumpe.


    Oisklaa, Herr Spitzfindig? 🙂


    Weswegen ich mich hier nochmal melde, ist jedoch der Eindruck, dass die Sache mit dem Spiel nicht klar ist:

    An einer der beiden Seilzughüllen befindet sich in der Nähe des Gasgriffs ein Stellglied mit Gewinde und Kontermutter, mit der man die Gesamtlänge dieser Hülle einstellen kann - und damit das Spiel, das die beiden Seile in Zugrichtung innerhalb der Hüllen haben. Dieses Spiel muss vorhanden sein, d.h. dass du die Hülle ein wenig (1 - 2 mm reichen) aus dieser Verstelleinrichtung herausziehen können musst. Und ja, evtl. müssen die Züge dafür erst montiert werden. Und ja, das ist bloß, was ich prüfen würde.