Spiegelgehäuse-Nachbau von Fairpart

  • Hallo,


    ich habe meine Pan jetzt schon zum zweiten Mal umfallen lassen, Spiegelgehäuse kaputt, und wollte diesmal nicht wieder Original von Honda für 200 € sondern Fairpart-Nachbau in schwarz für 60 €.

    Gibt es dazu Erfahrungen/Kommentare ?


    Außerdem habe ich sie wieder nicht hochbekommen bzw. nur mit Hilfe. Wenn hierzu jemand einen Tip für mich hat außer Fitness-Studio würde mich das auch interessieren.


    frustrierte Grüße

    Tilmann

  • Vier mal in drei Jahren! :roll::oops:

    Qualifiziert mich das? :mrgreen:


    Es geht um so schwerer, je weiter sie kippt / je waagerechter sie liegt. Grundsätzlich ist es richtig, mit dem Rücken zum Mopped in die Hocke zu gehen, sich mit beiden Händen was zum Greifen zu suchen, das möglichst hoch (Hebel) über den Reifenaufstandspunkten liegt (meist Lenker und Soziushaltegriff/Gepäckträger), dann Rücken GERADE und mit der Beinmuskulatur das Mopped nach oben wuchten. Es erfordert wirklich keine Superman-Kräfte, obwohl man über die, vollgepumpt mit Adrenalin, in dieser Situation meist vefügt.

    Es ist sogar ratsam, das Mopped erst mal liegen zu lassen, sich die Situation zu vergegenwärtigen und erst mal selbst wieder runter zu kommen. Einem Kumpel ist vor ewiger Zeit mal seine CX in Schweden auf einer nassen Wiese weggeschmiert und lag da nun auf der linken Seite. Der hat sie im Affekt an Lenker und Gepäckträger gegriffen, hochgezerrt und dabei den Gasgriff zerbrochen - 2.000 km von daheim weg.


    In Griechenland ist mir die ST1100 auf felsigem Untergrund nach rechts gekippt und lag da nun fast kopfüber in abschüssigem, buckligen Geläuf. Ja, ich kriege die hoch, muss ja, aber ich stehe dann auf der falschen Seite. Also erst mal den Seitenständer ausgeklappt, dann nach rechts, Mopped ('boah ist die schwer!') nach oben - und dann hat der Ständer den Grund berührt, lange bevor das Motorrad in der Senkrechten war. Das war ein Kampf! Vorwärts/rückwärts schieben ging nicht, weil ein Rad in einer Mulde stand, Motor anlassen ging nicht, wegen Seitenständer, Sicherheitsschaltung usw. also Mopped gegen den Beckenknochen lehnen, rüberbeugen und tief unten irgendwo den Seitenständer greifen (Fussraste ist im Weg) und einklappen. Dann konnte sie zumindest mal in die Senkrechte und wog dann also nix mehr. Wie es dann weiterging, weiß ich gar nicht mehr, aber ich konnte von rechts weder aufsteigen (Mopped stand viel zu hoch), noch konnte ich um das Motorrad rum. Ich glaube, ich habe sie wirklich angelassen und von rechts auf einen anderen Platz geführt. Der erste Gang war zum Glück noch eingelegt.


    Die restlichen Vorfälle waren auf ebenem Grund und da ist es kein wirkliches Problem, selbst mit gebrochenem Schlüsselbein.:oops:


  • Die restlichen Vorfälle waren auf ebenem Grund und da ist es kein wirkliches Problem, selbst mit gebrochenem Schlüsselbein.:oops:

    Hier darf ich mich anschließen, denn ich durfte meine Pan auch mal mit defektem rechten Flügel nach einem Abwurf alleine aufrichten. Das geht schon deshalb sehr gut, da man voller Adrenalin und obendrauf noch ziemlich sauer auf sich selbst ist! Die Hebetechnik wurde ja schon beschrieben.


    Wie sich herausgestellt hat, war es eine Kapselsprengung im Schultereckgelenk. Da ich die Pan am Ausgang einer Kurve am Hinterrad verloren habe, ist sie erst auf die rechte Seite geknallt, dann hat sie sich aufgerichtet und ist auf die linke Seite geknallt. Nur eine Seite wieder hübsch zu machen, ist ja auch zu einfach, hätte aber auch gereicht!

    =Ärger=


    Hallo,


    ich habe meine Pan jetzt schon zum zweiten Mal umfallen lassen,


    Zwar habe ich sie noch nicht im Stand oder beim Rangieren umfallen lassen, bin aber aufgrund meiner diversen gesundheitlicher Einschränkungen ein Kandidat dafür. Mit der Befürchtung geht man doch sehr vorsichtig an die Sache ran, sie wird nicht mal eben vor die Garage gestellt, dass sit schon ein eigener Akt! ;-)


    Gruß
    Siggi

  • Zu deiner ersten Frage, Fairpart:

    Ich finde da nur einen Dritte-Welt-Laden. Link?


    Vermutlich geht's um 3D-Druck. Da hängt die Qualität v.a. von der Qualität des zugrundeliegenden CAD-Modells ab. Zu dessen Erstellung wird ein Originalteil entweder aufwendig taktil abgetastet oder, quick 'n' dirty, aus mehreren Positionen fotografiert und so photogrammetrisch ein Facettenmodell seiner Oberfläche erstellt. Dieses Facettenmodell wird dann schrittweise in parallelen Ebenen konstanten Abstandes geschnitten. Diese slices/Höhenlinien dienen dann als Fahrwege für die Druckerdüse.

    Statt der Originalfläche hast du also lediglich die Annäherung an eine Annäherung und du hast diese Höhenlinien wie eine mehr oder weniger feine Holzmaserung auf dem gesamten Bauteil. Bis das lackierfähig ist, geht sicher einiges an Arbeitszeit drauf. Und dann wären da noch die Druckknöpfe, die auf jeden Fall händisch vermessen und händisch am CAD modelliert sein sollten.


    Ich will dir nicht grundsätzlich abraten. Um 140 Euro zu sparen, würde ich sicher auch ein paar Mühen auf mich nehmen. Es sind aber viele Wenns und Abers, Unwägbarkeiten, die du vorab mit dem Anbieter klären solltest. Frag da auch nach der Schichtdicke und dem verwendeten Material. ABS gibt's glaub' ich für den 3D-Druck.

  • ABS gibt es, ich würde aber lieber mit ASA drucken, ist etwas stabiler und witterungsbeständiger. Wenn du eine entsprechende Datei (mf3, stl oder stp) hast, kann ich dir das drucken.

    Nett grüßend,

    Norman


    Es begann alles im Frühjahr 1980. Eigentlich wollte ich nur eine Probefahrt (ohne Pappe) mit der R45 eines Kollegen auf dem Firmenparkplatz machen. Klick, angefüttert. Alles haben wollen.

    So kamen dann nach und nach eine R45, R80RT, GPZ500, Pacific Coast, 700er Deauville und seit Februar 2021 meine Dicke. Seit Herbst 2025 sind dann noch eine Medley 125 S und eine Vespa Primavera 125 dazu gekommen.


    P.S.: Alle Menschen sind schlau. Die einen vorher, die anderen danach.

  • Was das Aufheben angeht: Ich hatte sie beim Anfahren abgewürgt, bei leicht eingeschlagenem Lenker, jedenfalls war der Gang noch drin.

    Der erste Aufheb-Versuch war vorwärts, das ging schon mal klar nicht; der nächste Versuch war dann auch mit dem Rücken am Sitz, eine Hand am Lenker und eine um die Sitzbank, das hat zunächst auch nicht funktioniert, und dann kam schon ein hilfsbereiter Autofahrer und hat am Topcase angefaßt (wichtig ein stabiles Topcase zu haben), so ging es dann.

    Ich hatte also nicht viele Versuche. Ich hätte wohl außer der einen Hand am Lenker die andere noch hinten an den Griff legen sollen, so mache ich es beim nächsten mal.


    Allerdings lag die Pan deutlich flacher als die Harleys und das Goldschwein in den Videos.


    Wegen der Spiegelabdeckung hatte ich schon Torschlußpanik bezüglich Ersatzteilversorgung, aber mein örtlicher Motorradhändler hat angekündigt das Ding beschaffen zu können.


    Der Link zum unlackierten Nachbau:

    https://www.baboon.eu/de/teil/…8121-mt3-003/000001133937

    75,59 € mit Versandkosten nach Deutschland. Habe das auch bestellt (Torschlußpanik), werde berichten.

  • Hi,


    das Spiegelgehäuse von Baboon habe ich auch vor 2 Jahren gekauft. Passt einwandfrei. Musste nur etwas die Gußkanten glätten, wenn ich mich recht erinner. War aber nix wildes. Kann ich empfehlen. Sieht aus wie original.


    Gruß Rainer

  • Moin zusammen,


    ich habe das Spiegelgehäuse von Baboon im Juli vergangenen Jahres gekauft (59,95 Euro das Teil und 15,34 (!) Euro Versandkosten). Ist ein anderes Material, hat aber gut gepasst. Allerdings musste man es wirklich etwas an den Kanten schleifen und die mehrschichtige Lackiererei (Meine Pan ist rot) ist so gut wie nicht zu treffen, wenn man es selbst macht. Habe aus Kostengründen auch nicht den Original-Lack verwendet sondern einen annähernd gut passenden Autolack aus dem Baumarkt. Naja, bin so zu 80 % zufrieden. Wenn Interesse besteht, schaue ich mal, ob ich die Lackdose noch finde wegen der Bezeichnung.


    Gruße aus Dortmund


    Stefan

  • Passenden Lack gibt's bei Motorradlack.de

    Du musst aber auch die passende Grundierung dazu haben.

    Honda lackiert nicht in Real-Farben.