ST1100 1991 Fragen zu Lichttechnik Scheinwerfer Glühlampen

  • Hallo zusammen,

    ich brauche wieder einmal Rat von den ST Freaks unter Euch ;-)

    Nachdem ich mit meinem Schrotthaufen ja jetzt schon fast alles durch habe (Getriebe,Vergaser,Schwinge, Kupplung usw.) habe ich schon wieder eine neue Baustelle entdeckt.

    Es handelt sich bei meiner Schleuder ja um ein EMLGespann das irgendwann, irgendwer mal an eine ST gezimmert hat. Nachdem ich ja jetzt nach meiner Getrieberevision wieder am zusammenbauen der Maschine bin habe ich auch gleich alle Verkleidungsteile auf Risse und Fehler überprüft und einiges geschweißt und repariert. Dabei habe ich natürlich auch den Scheinwerfer und Blinker und andere elektrischen Teile inspiziert.

    So wie ich es bis jetzt beurteilen kann muss es sich um eine Amerikanische Version meiner PAN handeln. Der Frontscheinwerfer hat KEINE Standlichtfassung, der Lenkerschalter auch keinen Abblend-Standlicht, Aus -Schalter, fürs Licht. Die Blinker Doppelfadenlampen mit 3 Anschlüssen. Das ganze hat aber anscheinend bishehr immer TÜV bekommen. Im Hauptscheinwerfer hatte man 2 übliche H4 55/60 Watt Birnen reingezimmert obwohl die Nasen der Fassung überhaupt nicht mit den Aussparungen der Original Honda Birnen fluchteten. Man hat die H4 Birnen einfach schief in die Fassung gesteckt und den Bügel zum festklemmen "angepasst". Bei den Blinkern hat man einfach die dritte Ader für die amerikanischen Positionsleuchten aus dem Stecker gezogen und frei umher hängen lassen.

    Jetzt meine Fragen zu dem Pfusch:

    Hat schon jemand von Euch sowas ähnliches erlebt oder umgebaut? Ich habe aktuell die Fassungen im Scheinwerfer passend zu den H4 Leuchten ausgefräst damit die Lampen richtig sitzen. Das kein Standlicht vorhanden ist kann beim TÜV anscheinend vertretbar sein da es sich ja schon um einen Oldtimer handelt . Zumindest habe ich das bisher aus verschiedenen Quellen erfahren können was auch der Tatsache entspricht das dieses Motorrad immer TÜV bekommen hat.

    Da die Originalen Honda Birnen ja 45/45 Watt und einen anderen Sockel haben und ich jetzt auf 55/60 H4 (Philips+130%) umgerüstet habe heißt das natürlich auch das mein Stromverbrauch steigt was widerum die kleine 28A Lichtmaschine belastet.

    Ich möchte deshalb meine Schluss/Bremsleuchten am Beiwagen umd am Motorrad auf LED umrüsten. Der Hauptscheinwerfer bleibt so wie er ist. Zumindest vorerst.

    Hat da schon jemand Erfahrungen sammeln können welche LED Typen man in die Lichter verbauen kann?

    Ich werde noch verrückt mit dieser Karre.

    Danke Euch

    Norbert

  • Der Hauptscheinwerfer bleibt so wie er ist. Zumindest vorerst.

    Das ist m.E. das Einzige, was wirklich geändert werden muss. Eine H4-Birne funzelt da drin doch irgendwo rum, aber nicht im Brennpunkt der Parabel. Folglich ist die Ausleuchtung irgendein Zufallsprodukt, das mit dem vorgesehenen Strahlengang nicht allzu viel zu tun haben dürfte. Genau aus diesem Grund gibt's die Endlosdiskussionen wegen LED statt H4, wobei jeder LED-Einsatz deutlich näher an der Wahrheit sein dürfte als dein Konstrukt.


    Den Scheinwerfer hat die ST1100 übrigens von irgendeinem anderen Honda-Modell geerbt (CB1000 oder 1100 oddaso, irgendwer wird's wissen) und sollte auf dem Gebrauchtmarkt nicht allzu schwer zu beschaffen sein.


    Die "kleine" Lichtmaschine mag für Luxustourer klein erscheinen. Für mich, von der R100GS kommend (20 A), ist sie üppig, auch im Gespann, das ja nur vorne 10 und hinten 5W + gelegentliches Bremslicht hinzuaddiert. Die größere LiMa war eine Anforderung für Behördenmotorräder, die wirklich höheren Strombedarf haben.

  • Norbert,

    die Sache erscheint mir relativ einfach:

    Standlicht in den Blinkern (= oranges Standlicht) wird mittlerweile bei uns akzeptiert. Habe ich in zwei US Modellen genehmigt bekommen.

    Sonst in den Scheinwerfer von unten ein Loch bohren und dort etwas ähnliches zum europäischen Standlicht einbauen, ist die zweite Variante für Standlicht. Leuchtmittel mit Gummifassung gibt's genug.

    Nach meinem Wissen gibt's für die US Scheinwerfer Adapterscheiben, um H4 einzubauen. Dazu muss man scheinbar die Ohren an den Fassungen abschneiden. In YouTube gibt's Anleitungen.

    Einen Beitrag zur Umrüstung auf LED habe ich vor wenigen Tagen geschrieben. Bitte dort nachlesen.

    Ein kompletter Scheinwerfer für Europa ist natürlich auch eine (kostspielige) Alternative zum Pfusch.

    Und Tausch aller Leuchtmittel auf LED reduziert den Stromverbrauch auf ca. 50%, allerdings ist die Qualität vieler Leuchtmittel und damit die Lichtverteilung z.T. minderwertig. Sorgfältiger Vergleich beim Kauf ist notwendig.

    Gutes Gelingen!

    der lieber fährt als schraubt ...

  • Also Ihr Beiden,

    Danke für EureBeiträge.

    Gutemine: Betrachte bitte mal die Original Leuchtmittel von Honda und dann eine H4 und dann eine LED. Mein Leuchtkörper sitzt mit der angepassten H4 genauso im Zentrum wie das Original da sie fast 100% identisch sind in der Bauform. Somit kommt diese Lösung dem Zentrum im Scheinwerfer am nähesten. Eure Basteleien mit den LED´s dürften aber fragwürdig sein denn diese besitzen ander Abmaße und Abstrahlwinkel. Und klar kann ich mir einen Scheinwerfer auch noch kaufen, hab ja schon fast 3000€ an Ersatzteilen ausgegeben. Irgendwann will man halt auch nicht mehr. Gebraucht bekommst Du meistens nur noch Schrott mit defekten Fassungen, abgebrochenen Laschen etc. deshalb erkundige ich mich ja bei Euch ob jemand solche Erfahrungen gesammelt hat. Und alles nur mit bester Theorie zu erklären hilft mir halt auch nicht wirklich weiter ;-)


    @Garfield: Danke für Deinen Hinweis mit den orangen Leuchten . Das ist wenigstens einmal ein hilfreicher Tipp. Bei mir ist es so das diese Leuchten ja Doppelfadenbirnen sind. Sobald der Blinker eingeschaltet wird geht ja die Glühwendel der Positionsleuchte aus. Also ist die Blinkerfunktion laut STVZO gegeben.

    Wie funktioniert das bei deinen zugelassenen Leuchten?

    Deinen Bericht mit der Umrüstung auf LED habe ich bereits gelesen. Auch sehr professionell gemacht. Das sind Infomrationen mit denen man etwas anfangen kann.

    Was micht dennoch interessiert und was mir keiner bisher beantworten konnte ist die Frage nach den anderen Leuchtmitteln am Motorrad. Hat hier auch schon wer umgerüstet? Und wenn ja mit welchen LED´S?

  • Hallo Norbert,

    bei meinen beiden US Modellen bleibt die 5W Standlicht Funktion an während die 21W blinken.

    Ist nicht optimal, weil der Helligkeitsunterschied 21 zu 5W kleiner ist als 21 zu 0W.

    Deine Elektronik ist da besser.


    Grundsätzlich LED versus Glühbirne:

    Glühbirne hat eine kleine, linienförmige Lichtquelle, auf die der jeweilige Reflektor abgestimmt ist.

    Billige LEDs schaffen die Helligkeit nicht mit kleinen Strahlern, sondern bilden große, zusammengesetzte Oberflächen, auf denen die einzelnen LEDs in unterschiedliche Richtungen abstrahlen. Die passen dann nicht zum Reflektor und das lichttechnische Ergebnis ist "suboptimal".

    H4 in LED und passender Lage der Strahler gibt es mittlerweile - siehe meinen Bericht. Dort ist auch die Einbaulage im Reflektor immer gleich.

    Bei BA9 und BA15 u.ä. Sockeln kann die Fassung hinten, unten/oben oder seitlich zur Lichtaustrittsfläche liegen. Für die Glühbirne vollkommen egal, weil rundum gleich abstrahlend, für die Nachbildung mit LED aber nicht.

    Daher gibt's (derzeit) keine Empfehlung, welcher Hersteller die passende Lampe liefert.

    Für das Standlicht und die Instrumentenbeleuchtung habe ich mir gerade zwei verschiedene Bauformen des selben Standards bestellt - jeweils 10 Stück, Nonsens aber besser nicht verfügbar.

    TÜV: natürlich nein, aber da nicht von außen erkennbar und bei brauchbarer Abstrahlcharakteristik kein Grund zur Beanstandung besteht, hatte ich bei den Autos bisher keine Probleme.

    Blinker tausche ich grundsätzlich nicht, Rücklicht/Bremse und Kennzeichenbeleuchtung ja.

    der lieber fährt als schraubt ...

  • Hallo Garfield,

    die von Dir genannten LED´s hatte ich mir auch schon angesehen. Warum hast Du dich für die Nano Version entschieden und nicht für die zur ST1100 gezeigten Variante?

    https://www.ledperf.at/led-lam…groesse-mini-p-17642.html

    Da ich mir heute auch den Heckbereich genauer betrachtet habe , habe ich auch die Leuchtmittel im Rücklicht und den Heckblinkern angesehen. Es handelt sich eindeutig um ein US Modell. Im Rück/Bremslicht waren Stanley 30/32 Watt verbaut und in den Blinkern 23 Watt. Auch im Beiwagen waren die Stanleys verbaut. Und wenn ich jetzt mal alle Leistungen zusammenzähle plus minus komme ich schon alleine an Leuchtmitteln auf 220 Watt. Das sind ja schon gute 18 Ampere. Die Batterie will ja auch noch was haben. Somit macht es schon Sinn zu reduzieren. Mein Garmin möchte ich auch installieren und eine Bordsteckdose soll auch noch funktionieren.

    Ich habe mir heute auch noch einen anderen Scheinwerfer gekauft in der Hoffnung das dieser passt. Wenn Du mir jetzt noch meine Frage zur Auswahl des LED Typs beantwortest dann kaufe ich mir die LED´s auch noch. Und dann male ich den Bock Gold an.:mrgreen: denn so teuer habe ich noch keines meiner Motorräder restauriert.

  • 3 Gründe für die Nano bzw. gegen die vorgeschlagenen:

    - über den Lüfter bzw Kühlkörper des Vorschlags bekommst du den Spritzschutz aus Gummi nicht drüber. Damit kommen Wasser und Dreck in den Scheinwerfer.

    - die beiden "Flügel", die das Abblendlicht nach unten abschirmen, sind beim Nano ähnlicher der H4 Glühlampe und auch die LED ist kleiner und damit ähnlicher dem Glühfaden. Die Lichtverteilung dürfte damit von der einer Halogen H4 etwas mehr abweichen als bei der Nano. "Beweisfoto" der Pan ist in meinem Beitrag.

    - die Lichtverteilung der Nano kannte ich bereits von meiner Cagiva Elefant.


    Grund 1 ist ein KO Kriterium

    der lieber fährt als schraubt ...

  • Nachtrag zum vorletzten Post mit dem Vergleich Glühbirne zu LED:

    Es geht noch einmal um die Größe und Lage der Lichtquelle.

    Glühfaden dünn und kurz in der Mitte versus diverse LEDs auf einer zylinderförmigen Oberfläche verteilt.

    Der Reflektor ist das eine Element, das mit der anderen Geometrie zurecht kommen muss.

    Den noch größeren Einfluss hat nach meiner Erfahrung die bunte Streuscheibe, die ja auf der Innenseite viele Linsen hat, die sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Glühfaden fokussieren.

    Und wenn das Licht jetzt von einer LED kommt, die z.B. 10mm entfernt ist, dann kommt auch außen eine ganz andere Lichtverteilung heraus.

    Sorry, dass ich das zuvor vergessen habe.

    der lieber fährt als schraubt ...

  • Der Reflektor ist das eine Element, das mit der anderen Geometrie zurecht kommen muss.

    Den noch größeren Einfluss hat nach meiner Erfahrung die bunte Streuscheibe, die ja auf der Innenseite viele Linsen hat, die sich im wahrsten Sinne des Wortes auf den Glühfaden fokussieren.

    Die Streuscheibe (bunt?) sieht die den Glühfaden überhaupt nicht, weil jeder Lichtstrahl, der direkt vom Glühfaden zur Streuscheibe durchdringen würde nicht mehr zweckmäßig ausgerichtet werden kann. H4-Lampen haben deshalb eine opake Nase, Bilux-Lampen eine Blechblende vor dem Abblendfaden. Die Streuscheibe bekommt nur vom Reflektor parallel ausgerichtetes Licht und verteilt es in die Breite, für Fern- und Abblendlicht unterschiedlich.

    Diese Blende kostet eine Menge Licht, nämlich alles, was man direkt durch die Streuscheibe vom Glühfaden sehen könnte. Deshalb ist der Glühfaden, anders als bei einer Zimmerlampe, um eine Achse in Längsrichtung gewickelt, hat so seine größte Ausdehnung in Längsrichtung und strahlt folglich sein Licht v.a. radial zum Reflektor hin ab und nur wenig nach vorne, zur Blende hin. Idealerweise hätte er garkeine Ausdehnung und die Lichtquelle wäre ein Punkt. Nur dann könnte der Reflektor die Strahlen wirklich parallel ausrichten. In der Technik war aber zu allen Zeiten eine gute Annäherung an die Lösung gleich der Lösung selbst.

  • Gutemine,

    Sämtliches Licht tritt durch die Streuscheibe/Cellone aus der Leuchte aus.

    Bunt: gelborange für die Blinker, rot für das Rücklicht/Bremse und klar für Kennzeichenbeleuchtung und allenfalls Begrenzungsleuchten vorne.

    Ein Teil des Lichtstroms kommt von der Lichtquelle selbst, der andere vom Reflektor, wenn es einen gibt.


    In dem Zusammenhang war nicht die Rede vom Scheinwerfer, den du korrekt beschrieben hast.

    der lieber fährt als schraubt ...

  • ... Idealerweise hätte er garkeine Ausdehnung und die Lichtquelle wäre ein Punkt. Nur dann könnte der Reflektor die Strahlen wirklich parallel ausrichten. In der Technik war aber zu allen Zeiten eine gute Annäherung an die Lösung gleich der Lösung selbst.

    Die punktuelle Lichtquelle hat man übrigens mit der Xenonbeleuchtung am ehesten verwirklicht. Vor 80 Jahren in abgewandelter Form schon als Flakscheinwerfer eingesetzt.

    Gruß, Hannes

    Der Weg sei das Ziel;
    Das Ziel ist im Weg;
    Weg mit dem Ziel!