Knobi#651 In Bad Cannstatt haben genau das auch schon "intelligente Menschen" geschafft. ![]()
XS Michael Unsere jeweilige Reaktion, auch Affektreaktion, resultiert aus der Summe unserer Erfahrungen. Wenn der Luftballon nicht auf einsamer Straße, sondern zwischen am Straßenrand geparkten Autos hergeweht wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass gleich ein Kind hinterher gerannt kommt. Der Führerscheinanfänger rappelt bei "Vorfahrt achten" seinem Vordermann ins Heck, weil der halt nicht in die Lücke gestartet ist, und er selbst nur auf den fließenden Verkehr und eben nicht auf den Vordermann geachtet hat. Typischer Fehler, der einer KI aber nie passieren würde. Und auch typische Situation, für die alle mit etwas Erfahrung ein Verhaltensmuster abgespeichert haben.
Wir können, wie du richtig sagst, auch nicht alles wissen oder vorhersehen, aber wir können intelligent reagieren. Das I in KI steht nun aber auch für Intelligenz, und ich würde zumindest nicht ausschließen, dass, jetzt oder in naher Zukunft, KI intelligente Entscheidungen treffen kann. In einem anderen Job wende ich sie intensiv an, lasse sie Dinge sortieren, die sie eindeutig zuordnen kann und lasse mir den Rest von ihr vorlegen. Nichts von alledem hat sie je zuvor gesehen, aber die Sortierung funktioniert zuverlässig und das, was sie mir überlässt, sind Abwägungssachen, deren Beurteilung ich nun mal mir vorbehalte.
Und, wie weiter oben angemerkt, viele unserer Reaktionen im Straßenverkehr geschehen im Affekt. Es ist eben nicht intelligent, eine Frontalkollision mit drei Schwerverletzten herbeizuführen, wenn ein Fuchs über die Straße rennt. Falsche Entscheidung aus Mangel an Zeit, eine bessere zu treffen. Computing Power kennt hingegen seit 50, 60 Jahren nur eine Richtung, nämlich exponentiell nach oben. Was wir im Affekt entscheiden, kann der Computer heute bereits aufgrund Abwägung tun.